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Ein Abend der großen Emotionen
Während eines begeisternden Konzertes stellte Paul Brandenberg im Swiss Holiday Park bekannte Songs sowie seine neue CD "Time" vor. Seine hochstehende Musik wurde von Michel Richter in englischer und deutscher Sprache dichterisch umrahmt.
Von Dominique Goggin
Morschach.- Die vor der mit Blumen und Kerzen dekorierten Bühne im großen Saal des Swiss Holiday Parks sitzenden, teils sogar extra aus Deutschland angereisten Leute wurden am letzten Samstagabend mit einem läutenden Wecker begrüßt. Schliesslich war man zur Präsentation der neuen CD "Time" gekommen. Doch Paul Brandenberg, der seine Songs im eigenen Studio in Morschach produziert, ließ am großen schwarzen Keyboard zuerst mal Vertrautes erklingen. Zusammen mit dem Dichter Michel Richter führte er die Zuhörerschaft etwa unter einen Sternenhimmel oder zum vor zwei Jahren erschienenen "River of Dreams", einem Traumfluss, in dem das Wasser silbern oder auch, von der Sonne beglänzt, golden zu uns herauf scheint. "Zeit ist unser kostbarstes Gut." Für die Präsentation seiner neusten CD wechselte der Musiker zum silberfarbenen, mit Halbplayback eingerichteten Instrument und führte die Leute im vollen Saal auf eine magische Zeitreise.

Hommage an die Sanduhr "Wer die Zeit drängt, den verdrängt die Zeit", so ein deutsches Sprichwort. Der erste der 15 neuen Songs beschreibt den Umstand, daß die Zeit fortfliegt und man sie nicht jagen kann. Sehr zu gefallen wußte auch "When Time was not", die fast sechsminütige Rückschau auf eine Zeit ohne menschliches Leben, ohne Natur, ohne Stunden, Minuten und Sekunden. Mit "Going back in Time" haben Brandenberg und Richter der guten alten Sanduhr als einer der Vorgängerinnen unserer modernen Zeitmessung eine Hommage gewidmet. Diese endet leise, das Glas ist leer. Auch das letzte CD-Stück, das Liebeslied "Dream Time", wußte sehr zu gefallen. Träume über die Zukunft und die Vergangenheit, was immer wir tun, nur die Liebe bleibt. Als Schlussbouquet spielte der 47-Jährige noch ein Lied aus dem 1989 erschienenen Pianoalbum "Downstream". Der anschließende Applaus und der Ansturm auf den CD-Verkaufstisch bewiesen, daß auch die bereits 13. CD des Mannes, der seit seiner in Egg bei Einsiedeln verbrachten Kindheit der Musik verfallen ist, beim Publikum supergut gelandet ist.
Poetische Klänge, klingende Poesie Paul Brandenbergs Neue: «FLOW»
Von Raphael Kost «Flow - fliessen - strömen; wunderschöne, gefühlvolle Instrumentalmusik, fliessende Melodien zum Entspannen und Träumen. Die wohlklingenden Kompositionen bringen uns dem Glücklichsein näher», versprach die Einladung zur Präsentation der neuen CD «FLOW» von Paul Brandenberg - und sie versprach es zu recht. Wie der Morschacher Vollblutmusiker selbst erklärt, steht Flow für das Gefühl, gänzlich in einer Sache aufzugehen, zu entspannen und gleichzeitig uns selbst und die Welt um uns herum zu vergessen.
Zarte Melodien Brandenberg kann den Begriff «Flow» aber nicht nur erklären, er lebt ihn auch – zumindest auf der Bühne: Er geht voll und ganz in seiner Musik auf und interpretiert diese in beeindruckender Manier. Dabei sind die Pianomelodien zum Teil so zart, dass sie fast schon zerbrechlich wirken und man als Zuhörer es kaum noch wagt zu atmen.

Mit dem Fortschreiten des Konzertabends im Swiss Holiday Park eröffneten sich jedoch auch kräftigere, gar donnernde Tonlandschaften, manchmal kombiniert mit einigen Funken Blues. Nicht nur die Musik, sondern auch der Interpret tauten gegen Ende des Konzerts so richtig auf. Als das Publikum sich partout nicht ohne Zugabe abspeisen liess, bemerkte Brandenberg mit breitem Grinsen «Ja warted ier nume!» und überraschte die Applaudierenden mit der turbulenten Pianonummer «Heaven or Hell». Michel Richter hat dem Konzert mit seinen poetischen Intermezzi in englischer und deutscher Sprache eine zusätzliche Dimension verliehen. Seine Texte verführen zum Träumen und Abschweifen, zum Sinnieren und Nachdenken.
Goldene Auszeichnung Der Konzerteinladung sind so viele Interessierte gefolgt, dass sogar zusätzliche Sitzgelegen herbeigeschafft werden mussten. Nach Brandenbergs letzter CD, einem reinen Pianoalbum mit dem Titel «River of Dreams» (2005), finden sich auf der neuen CD «FLOW» harmonische Synthesizer-Kompositionen. Produziert hat der Künstler seine CD im eigenen Studio. Inzwischen kann Brandenberg auf über 120'000 Verkäufe zurück schauen. Das Album «Mystic Islands» (1996) wurde in Spanien bereits 50'000 Mal verkauft, wofür es mit Gold ausgezeichnet wurde.
Paul Brandenberg, Morschach Seine Klaviermusik berührt die Seelen
Paul Brandenberg gab am Samstag in Morschach ein Klavier-Konzert und stellte seine neue CD vor: "River of Dreams".
 Paul Brandenberg mit seiner neuen CD: "River of Dreams." VON BLANCA IMBODEN Über hundert Leute feierten am Samstagabend im Swiss Holiday Park in Morschach die neue CD von Paul Brandenberg. Das Publikum war still und aufmerksam, als der Musiker, nach mehrjähriger Konzertpause, am Flügel die Stücke der neuen CD vorspielte. Virtuos, gefühlvoll und dynamisch, mystisch und sphärisch: Paul Brandenberg zog alle Register. "River of Dreams" heisst seine neue CD und von diesem "Fluss der Träume" liess sich sein Publikum mitreissen. Brandenberg hat nach 16 Jahren erstmals wieder eine reine Klavier-CD aufgenommen. Michel Richter las zu jedem Stück seine lyrischen Texte, poetisch und sehr berührend, gekonnt vorgetragen. Die Kombination von Lyrik und Musik stimmte.
Erfolgreicher Komponist Paul Brandenberg ist in Egg bei Einsiedeln aufgewachsen und kam 1982 als Primarlehrer nach Morschach, wo er noch immer lebt. Heute unterrichtet er in Ried-Muotathal. Seit 1988 hat sich der Musiker erfolgreich der Instrumentalmusik verschrieben und weltweit bereits erstaunliche 120 000 Tonträger mit Eigenkompositionen verkauft, zum grossen Teil im Ausland. Auch hat er diverse Kompositionsaufträge ausgeführt. "Zurzeit kann man auch im Fernsehen oft meine Melodien hören, z.B. bei Lüthy & Blanc oder beim Donnschtigjass", erzählt der 45-Jährige.
Immer drangeblieben Wie erklärt sich Brandenberg seinen Erfolg? "Ich bin immer drangeblieben und habe die Musik gemacht, die aus meinem Innern kommt. Irgendwie berühre ich mit meiner Musik viele Menschen in ihrer Seele." Ein richtiges Erfolgsrezept habe er natürlich auch nicht. Seine besondere Liebe und Beziehung zu Lanzarote habe ihm viel Glück gebracht. "Es war gut, meine ersten CDs dort zu positionieren. Ich habe da noch immer ein super Vertriebssystem."
Blick nach Amerika Was für Pläne und Träume hat Paul Brandenberg? "Es ist eine nächste CD geplant mit vielen Gast-Musikern, vielleicht bald auch eine Best-of-CD. Ich möchte ausserdem gerne auf dem amerikanischen Markt Fuss fassen." Immerhin habe auch schon die New York Times über Paul Brandenberg geschrieben. Ausserdem möchte der Pianist gerne wieder mehr reisen, nicht nur nach Lanzarote.
Swiss Music News
Insel-CDs gehören mittlerweile zu einer eigentlichen Spezialität des sensitiven Innerschweizers, der mit seinen balsamweichen Instrumentalklängen Sehnsüchte der gestressten oder wintergeplagten Stadtmenschen anspricht. Das gelingt ihm so gut, dass von den bisherigen Produktionen jeweils ganz ansehnliche Stückzahlen abgesetzt werden konnten - und dies nicht nur in unserem Land. So überstiegen die Verkäufe des letzten Albums «Mystic Islands» in Spanien immerhin die 50’000er Grenze. Stand diese CD unter dem Motto «Dream & Dance», wird «Islas» als «Konzeptwerk» angepriesen: Brandenberg, der das Experimentieren mit Klangfarben und Instrumenten liebt, lässt diesmal der Harfe (gespielt von Bernadette Kerscher) Raum neben seinen Piano- und Synthy-Harmonien. |